11 Steuertipps zum Jahresende – für Arbeitnehmer

 

 

Steuerliche Abzugsbeträge in 2018 optimal nutzen

Tipp 1 - Außergewöhnliche Belastungen
Sie mussten für Krankheitskosten, z. B. für eine neue Brille, Zahnersatz oder einen Kuraufenthalt, tief in die Tasche greifen oder hatten Aufwendungen für andere außergewöhnliche Belastungen? Dann können Sie diese steuerlich geltend machen, allerdings nur, soweit Ihre zumutbare Belastung überschritten wird. Diese ist von Ihrem Familienstand und Ihrem Einkommen abhängig. Bei Familien mit Kindern ist – bei vergleichbaren Einkommen - die zumutbare Eigenbelastung wesentlich geringer als bei Alleinstehenden oder Ehepaaren ohne Kindern.

Beispiel:
Arbeitnehmerehepaar, Gesamtbetrag der Einkünfte in 2018: 80.000 Euro, Krankheitskosten 3.000 Euro

a) 3 Kinder

15.340 Euro                          x 1 % =   153,40 Euro    
(51.130 Euro - 15.340 Euro) x 1 % = 35.790 Euro x 1 % = 357,90 Euro    
(80.000 Euro - 51.130 Euro) x 2 % = 28.870 Euro x 2 % = 577,40 Euro    
Zumutbare Belastung 2018   = 1.088,70 Euro    

Von den 3.000 Euro Krankheitskosten wirken sich 1.911,30 Euro steuerlich aus.

b) 1 Kind

15.340 Euro                          x 2 % =   306,80 Euro  
(51.130 Euro - 15.340 Euro) x 3 % = 35.790 Euro x 3 % = 1.073,70 Euro  
(80.000 Euro - 51.130 Euro) x 4 % = 28.870 Euro x 4 % = 1.154,80 Euro  
Zumutbare Belastung 2018   = 2.535,30 Euro  

Von den 3.000 Euro Krankheitskosten wirken sich 464,70 Euro steuerlich aus.


Versuchen Sie daher, die Kosten in einem Jahr zu bündeln. Mit Ihren Zahlungen im Dezember können Sie hier noch etwas gestalten, damit Sie entweder 2018 oder 2019 die Belastungsgrenze übersteigen, denn entscheidend ist das Jahr der Zahlung und nicht das Rechnungsdatum. So können Sie möglicherweise eine erst im Januar fertiggestellte Brille noch in 2018 bezahlen oder eine Anzahlung leisten, um die Grenze 2018 zu überschreiten. Wird die zumutbare Eigenbelastung nicht überschritten, kann es sinnvoll sein, die Aufwendungen nach 2019 zu verschieben. Sie könnten daher mit dem Dienstleister vereinbaren, die Zahlung erst (im Januar) 2019 zu leisten.

Tipp 2 - Handwerkerleistungen und haushaltnahe Dienstleistungen
Sie haben Handwerkerleistungen beauftragt oder haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch genommen? Lassen Sie sich den Steuerbonus hierfür nicht entgehen! Sie können 20 % der Aufwendungen direkt von der Steuer abziehen. So lässt sich die Einkommensteuer um bis zu 1.200 Euro für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt (z. B. Malerarbeiten, Reparaturen im Haushalt), um bis zu 4.000 Euro für ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis bzw. haushaltsnahe Dienst-, Betreuungs- und Pflegeleistungen sowie um 510 Euro für einen im Haushalt tätigen Mini-Jobber, z. B. eine Haushaltshilfe, mindern. Auch in der Betriebskostenabrechnung für Ihre Wohnung (sowohl bei einer Mietwohnung als auch bei einer selbstgenutzten Eigentumswohnung) werden Sie Aufwendungen für haushaltsnahe Handwerker- und Dienstleistungen finden. Lassen Sie sich diese bescheinigen und schöpfen Sie so die Boni optimal aus! Sie benötigen lediglich eine Rechnung und eine unbare Zahlung in diesem Jahr. Vielleicht ist es aber auch sinnvoll, Zahlungen in das nächste Jahr zu verschieben. Prüfen Sie, was für Sie die größte Steuerersparnis bringt!

Tipp 3 - Riesterförderung
Sie möchten zusätzlich fürs Alter vorsorgen und sich die optimale Riesterförderung sichern? Mit einem privaten Riestervertrag können Sie von der Altersvorsorgezulage profitieren und die Beiträge als Sonderausgaben abziehen – was für Sie günstiger ist, prüft das Finanzamt. Jeder Riester-Sparer kann für seinen Vertrag maximal eine Zulage in Höhe von 175 Euro erhalten. Für jedes Kind gibt es zusätzlich 300 Euro (185 Euro für vor 2008 geborene Kinder). Als Eigenanteil müssen Sie 4 % Ihres Vorjahresbruttoarbeitsentgelts zahlen, maximal 2.100 Euro abzüglich der Zulagen. Prüfen Sie die Höhe Ihres Eigenanteils, damit Sie die ungekürzte(n) Zulage(n) für 2018 erhalten.

Tipp 4 - Rürup-Vertrag
Sie sind in einem berufsständischen Versorgungswerk versichert und können daher keine Riester-Förderung erhalten oder wollen noch mehr für Ihre Altersvorsorge tun? Dann haben Sie schon einen Rürup-Rentenvertrag abgeschlossen oder beabsichtigen dies. Mit im November oder Dezember erfolgenden Zahlungen in einen Rürup-Vertrag können Sie noch die volle steuerliche Förderung für 2018 nutzen. Beiträge zu einem Rürup-Vertrag, zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu berufsständischen Versorgungswerken sind in diesem Jahr zu 86 % steuerlich abziehbar. Insgesamt werden Beiträge bis zu 23.712 Euro (Ehegatten/eingetragene Lebenspartner: 47.424 Euro) begünstigt. Als Sonderausgaben wirken sich damit bis zu 20.392 Euro (Ehegatten/eingetragene Lebenspartner: 40.784 Euro) steuerlich aus. Wenn Sie beispielsweise in diesem Jahr noch 1.000 Euro einzahlen, können Sie bei einem Steuersatz von 40 Prozent fast 400 Euro Steuern sparen.

Tipp 5 - Spenden
Sie möchten in diesem Jahr noch etwas für wohltätige und gemeinnützige Zwecke spenden? Damit helfen Sie nicht nur, sondern können auch noch Steuern sparen. Ihre Spenden können Sie steuerlich als Sonderausgaben abziehen. Dabei sind bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags Ihrer Einkünfte abziehbar. Auch wenn Sie politisch engagiert sind und eine Partei (im Sinne von § 2 Parteiengesetz, die nicht von der staatlichen Teilfinanzierung ausgeschlossen ist) unterstützen, können Sie dies steuerlich geltend machen. 50 % der Aufwendungen, maximal 825 Euro (50 % von 1.650 Euro) können direkt von der Einkommensteuer abgezogen werden. Von den verbleibenden Aufwendungen können noch 1.650 Euro als Sonderausgaben abgezogen werden. Bei Ehepaaren/eingetragenen Lebenspartnerschaften kann jeweils der doppelte Betrag, also 3.300 Euro angesetzt werden.

 

Werbungskosten optimal abziehen

Tipp 6 - Lohnsteuerermäßigungsantrag
Sie haben täglich einen weiten Weg zur Arbeit oder eine doppelte Haushaltsführung? Dann macht es Sinn, wenn Sie sich bei Ihrem Finanzamt einen Werbungskostenfreibetrag auf die elektronische Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Dadurch wird monatlich weniger Lohnsteuer abgezogen und Sie haben mehr netto im Portemonnaie. Anträge auf Lohnsteuerermäßigung gelten in der Regel für ein Jahr. Optional können sie jedoch auch eine zweijährige Gültigkeit wählen. Wenn Sie also für 2017/2018 einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung gestellt haben, müssen Sie jetzt einen neuen Antrag stellen. Haben Sie noch keinen Antrag gestellt, bleibt Ihnen für 2018 nur noch Zeit bis zum 30. November. Das Gute: Im Dezember wird dann weniger Lohnsteuer abgezogen und die Weihnachtsgeschenke können größer ausfallen.

Tipp 7 - Geringwertige Wirtschaftsgüter
Sie benötigen für Ihre Arbeit ein neues Tablet oder Laptop und wollen die Aufwendungen noch in diesem Jahr als Werbungskosten abziehen? Das funktioniert nur, wenn Tablet oder Laptop nicht mehr als 800 Euro kosten. Wird die Grenze für die sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgüter von 800 Euro überschritten, müssen die Aufwendungen über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden – hier über drei Jahre, wobei Sie für 2018 nur noch die Kosten für einen bzw. zwei Monate anteilig abziehen dürfen.

 

Wichtige Termine in 2018 nicht versäumen

Tipp 8 - Verlustbescheinigung bei Aktien
Sie haben an der Börse gezockt und Gewinne erzielt, mussten aber auch Verluste verkraften? Dann können Sie die Verluste mit den Gewinnen verrechnen und müssen auf die Aktiengewinne keine Abgeltungsteuer zahlen. Automatisch funktioniert das aber nur, wenn Sie alle Aktienkäufe und -verkäufe über ein Kreditinstitut abwickeln. Wurden die Verluste bei einem anderen Kreditinstitut erzielt als die Gewinne, benötigen Sie eine Verlustbescheinigung, um Ihre Aktienverluste mit Ihren Aktiengewinnen in der Steuererklärung für 2018 zu verrechnen. Achtung Antragsfrist: Sie müssen die Verlustbescheinigung bis spätesten 15. Dezember 2018 bei Ihrem Kreditinstitut beantragen. 

Tipp 9 - Antragsveranlagung zur Einkommensteuer
Sie sind Arbeitnehmer und nicht verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben? In vielen Fällen macht die Einkommensteuerveranlagung dennoch Sinn und nicht selten kommt es zu größeren Steuererstattungen. Wer keine Steuererklärung abgeben muss, hat auch nicht die Abgabefrist 31. Mai des Folgejahres (für Steuererklärung für 2018: 31. Juli 2019) zu beachten, sondern hat mehr Zeit. Doch irgendwann ist auch für die sogenannte Antragsveranlagung Schluss. Daher Achtung: Arbeitnehmer können Steuererklärungen für 2014 nur noch bis zum 31. Dezember 2018 einreichen.

Tipp 10 - Steuerklassenwahl IV/IV oder doch III/V
Ihre familiäre Situation hat sich verändert, Sie verdienen mehr oder arbeiten nur noch in Teilzeit? Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner, ob Sie für das Jahr 2018 und 2019 die richtigen Steuerklassen gewählt haben. Verdienen beide Ehe-/Lebenspartner unterschiedlich viel, dann sollten Sie statt der Steuerklassenkombination IV/IV die Steuerklassen III/V beantragen. Mit der richtigen Steuerklassenkombination lassen sich zu hohe monatliche Lohnsteuerabzüge vermeiden und Sie müssen nicht bis zur nächsten Steuererklärung warten, damit Ihnen die zu viel gezahlte Einkommensteuer erstattet wird. Aber auch Familien, die Nachwuchs planen, sollten sich über einen Steuerklassenwechsel Gedanken machen, denn die Steuerklasse spielt nicht nur für Lohnersatzleistungen wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld eine wichtige Rolle, sondern auch für die Höhe des Elterngeldes. So fallen die Lohnersatzleistungen bei Steuerklasse III und IV mit Faktor in der Regel höher aus als bei Steuerklasse IV ohne Faktor. Für einen Steuerklassenwechsel für 2018 bleibt nur noch bis zum 30. November Zeit. Die beantragte Steuerklasse gilt grundsätzlich ab dem Folgemonat nach der Antragstellung. Das heißt: wird ein Steuerklassenwechsel im Dezember 2018 beantragt, so wirkt er sich erst ab der Lohnabrechnung Januar 2019 aus.

Tipp 11 - Baukindergeld
Seit 2018 sind Sie stolzer Eigentümer einer Wohnimmobilie, die Sie in diesem Jahr erworben und gemeinsam mit Ihren minderjährigen Kindern bereits bezogen haben? Handelt es sich um die einzige Immobilie, so sollte der Antrag auf Baukindergeld geprüft werden. Stimmen die weiteren Bedingungen, so gibt es für jedes Kind, welches bei Antragstellung noch nicht 18 Jahre alt war, jährlich 1.200 Euro für einen Zeitraum von 10 Jahre. Ein wesentliches Förderkriterium ist das jährliche zu versteuernde Haushaltseinkommen, wobei für einen Förderantrag in diesem Jahr das Einkommen aus 2015 und 2016 entscheidend ist. Dieses darf bei Familien mit einem Kind maximal 90.000 Euro betragen, für jedes weitere Kind sind 15.000 Euro mehr zulässig. Achtung: Wer vor dem 18. September 2018 ins förderfähige Familienheim eingezogen ist, muss den Antrag bis 31. Dezember 2018 bei der KfW-Bank stellen. Bei Einzug nach dem 18. September 2018 ist eine taggenaue Drei-Monatsfrist für die Beantragung einzuhalten.

(Stand: 30.10.2018)

 

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